Schweißausbrüche

Es gibt unzählige unangenehme Alltagssituation und Schweißausbrüche gehören für viele dazu. Manche Personen sind so schlimm betroffen, dass sie gar nicht mehr die Arme heben möchten, um zum Beispiel einen Ordner von einem höher gelegenen Regal oder Utensilien aus einem höheren Schrank zu holen, wenn sich jemand anderes im Raum befindet. Doch muss man es einfach akzeptieren und damit leben? Erfahren Sie folgend, welche Ursachen verstärktes Schwitzen haben kann und was Sie dagegen unternehmen können. Starten Sie alternativ direkt Ihre individuelle Beratung, um das am besten für Sie geeignete Präparat gegen starkes Schwitzen zu finden.

Bei der persönlichen und individuellen Beratung wird die Person, die die Fragen am Endgerät beantwortet, direkt angesprochen. Die eingebende Person wird als die Person angesehen, die die Beratung sucht. Falls der Nutzer die Beratung für eine andere Person durchführen möchte, muss dieser die Fragen gemäß den Umständen der jeweiligen Person beantworten. Sollte zum Beispiel ein Mann eine Beratung für seine Partnerin durchführen, muss dieser bei der Geschlechtsangabe „weiblich“ und nicht „männlich“ wählen.

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Beratung: Schweißausbrüche

Der Sinn vom Schwitzen

Der Mensch schwitzt nicht ohne Grund und Schwitzen ist gesund und sinnvoll. Es ist ein wichtiges Instrument, um die Temperatur des Organismus' auf der Körpertemperatur von ca. 37°C zu halten. Wenn wir uns viel bewegen und Sport treiben, hilft der Schweiß den Körper abzukühlen. Durch das Verdunsten des Wassers auf der Haut wird dem Körper Wärme entzogen, wodurch der Mensch trotz großer Anstrengung oder trotz hoher Umgebungstemperatur nicht überhitzt. Doch nicht nur erhöhte Außentemperaturen oder körperliche Anstrengungen, sondern auch Situationen, in denen vermehrt Stresshormone vom Gehirn ausgeschüttet werden, können zu Schweißausbrüchen führen. So passiert es, dass man vor einer Prüfung aus Nervosität schwitzige Hände bekommt oder einem der Schweiß vor Höhenangst auf der Stirn steht. In diesen Stresssituationen bereitet sich der Körper auf die Situation vor. Der Körper soll evolutionsbedingt für eine bevorstehende körperlich anstrengende Flucht abgekühlt werden, da Angst- und Stresszustände im Gehirn noch immer hiermit verbunden sind.

Insgesamt tragen 2 bis 4 Millionen Schweißdrüsen zur Abkühlung des Körpers bei, wobei besonders die Fußsohlen, Handflächen und die Stirn eine hohe Dichte an Schweißdrüsen aufweisen. Anders als Viele erwarten, findet sich die höchste Schweißdrüsendichte (Schweißdrüsen pro cm2 Hautoberfläche) in den Fußsohlen und nicht in den Achseln wieder. Die niedrigste Dichte befindet sich in der Haut der Oberschenkel.

Einteilung von Schweißausbrüchen

Übermäßige Schweißausbrüche kann man in die primäre und sekundäre Hyperhidrose einteilen. Der wesentliche Unterscheidungspunkt dieser beiden Gruppen ist der Ursachenbezug der unverhältnismäßigen Schweißausbrüche.

Schweißausbrüche aufgrund primärer Hyperhidrose

Bei der primären Hyperhidrose sind die Ursachen für die Schweißattacken nicht detektierbar und nicht auf eine bestimmte Krankheit, auf einen Lebensstil, auf Nebenwirkungen von Medikamenten oder auf eine bestimmte Situation zurückzuführen. Gerade diese Ahnungslosigkeit ist für Betroffene extrem frustrierend. Man vermutet, dass es sich bei dieser Art der Hyperhidrose um eine reine Überreaktion der Schweißdrüsen handelt.

Der Botenstoff Acetylcholin, der zur Übertragung von Signalen in den Nervenzellen dient, könnte in den Nervenzellen der betroffenen Schweißdrüsen krankhaft vermehrt ausgeschieden werden. Dies führt zu überschwelligen Schweißattacken, sobald der Organismus einen Reiz zur Schweißproduktion erhält. Die Schweißdrüsen reagieren somit nicht adäquat auf den Reiz und sondern im Sinne einer Überreaktion zu viel Schweiß aus. Eine Behandlung kann in diesem Fall nur rein symptomatisch erfolgen.

Schweißausbrüche aufgrund sekundärer Hyperhidrose

Bei der sekundären Hyperhidrose können die Schweißausbrüche einer oder mehreren identifizierbaren Ursache(n) zugeordnet werden. Ziel bei dieser Art der Schweißausbrüche sollte, insofern dies möglich ist, prinzipiell immer die Ursachenbekämpfung sein. Eine rein symptomatische Behandlung verringert nicht die Anregung der Schweißdrüsen. Sie kann in Betracht gezogen werden, wenn die Ursachenbekämpfung nicht erfolgreich ist.

Was kann man allgemein gegen Schweißausbrüche machen

Symptomatische Behandlungen sind die einzigen Möglichkeiten Schweißausbrüche aufgrund einer primären Hyperhidrose zu behandeln. Für eine sekundäre Hyperhidrose kann diese Art der Behandlung als Add-On Therapie neben der Ursachenbekämpfung eingesetzt werden. Viele Menschen führen bereits täglich ohne es zu wissen eine symptomatische Behandlung durch, indem sie ein Antitranspirant auftragen. Dieses enthält im Gegensatz zu einem Deodorant Inhaltsstoffe, die aktiv gegen das Schwitzen wirken. Deodorants enthalten nur Duftstoffe und / oder antibakteriell wirkende Stoffe, die zwar nicht das Schwitzen verhindern, aber einer Geruchsbildung durch Bakterien entgegenwirken. Im normalen Sprachgebrauch werden beide Arten als Deo’s bezeichnet. Das in den Antitranspiranten enthaltene Aluminiumchlorid verstopft die Schweißdrüsen und verhindert so das Austreten von Schweiß aus der Haut. Doch nicht alle Antitranspirante sind vergleichbar, da sie sich teilweise stark in der Konzentration an Aluminiumchlorid unterscheiden.

Hochdosierte Antitranspirante sind deutlich wirksamer gegen Schweißausbrüche als gängige im Supermarkt erhältliche Präparate. Es empfiehlt sich die hochdosierten Präparate kurz vor dem Schlafengehen auf die rasierte Haut aufzutragen und diese Anwendung bei starken Beschwerden idealerweise alle zwei Tage zu wiederholen. Nach zwei Wochen sollte man eine Behandlung erst wiederholen, sobald erneut Schweißausbrüche auftreten. Hintergrund ist, dass man nachts weniger schwitzt und das Aluminiumchlorid sich somit besser in den Schweißdrüsen festsetzen kann. Hier muss man jedoch beachten, dass jede einzelne Anwendung zu starkem, zeitlich begrenztem Juckreiz und / oder Schmerzen an den betroffenen Stellen führen kann. Eine Abhilfe gegen diese Beschwerden können pflanzliche Antitranspirante mit Gerbstoffen sein. Die Gerbstoffe haben eine zusammenziehende Wirkung auf die Schweißporen und können somit den Schweißaustritt reduzieren. Die Wirksamkeit ist jedoch deutlich geringer als die der Antitranspirante auf Aluminiumchlorid-Basis.

Neben der äußerlichen Anwendung von Antitranspiranten kann man zudem Kapseln auf pflanzlicher Basis einnehmen, die gegen Schweißausbrüche helfen können. Salbeiextrakte sind hier das Mittel der Wahl. Das Vielstoffgemisch des Extrakts kann die Bildung des Neurotransmitters Acetylcholin in den Nervenenden der Schweißdrüsen hemmen, wodurch die Schweißproduktion reduziert wird. Eine Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit und eine Anwendung bei der Einnahme von Antiepileptika ist jedoch nicht zu empfehlen.

Neben Kapseln auf Salbeiextrakt-Basis gibt es auch Medikamente gegen Schweißausbrüche, sogenannte Antihidrotika. Die Wirkungen gegen die Schweißausbrüche sind hierbei aber eher eine Nebenwirkung. Eigentlich werden diese verschreibungspflichtigen Medikamente zum Beispiel zur Behandlung von Alzheimer, Depressionen und Angststörungen eingesetzt.

Wenn diese Maßnahmen nicht helfen sollten, kann man zusätzlich eine Leitungswasser Iontophorese ausprobieren. Hierbei werden die betroffenen Körperteile (z.B. die Füße) jeweils in ein einzelnes Leitungswasserbad gegeben. Beide Bäder sind über ein Kabel mit einer Spannungsquelle verbunden. Der Körper sorgt dafür, dass der Stromkreis geschlossen wird. Durch die zwischen den Körperteilen wandernden Ionen werden die Schweißdrüsen der entsprechenden Hautstellen desensibilisiert. Hierdurch werden die Schweißausbrüche auf Dauer vermindert. Diese Art der Therapie hat jedoch keinen Soforteffekt. Eine Wirkung tritt erst nach mehrfacher Durchführung auf.

Ursachen und Behandlung von Schweißausbrüchen aufgrund einer sekundären Hyperhidrose

Die Ursachen für Schweißausbrüche aufgrund einer sekundären Hyperhidrose können sehr vielfältig sein. Bestimme Lebensphasen, ungesunde Lebensstile, Nebenwirkungen von Arzneimitteln oder auch Krankheiten können der Grund sein. Folgend werden die Ursachen stichpunktartig erwähnt und kurz erläutert.

  • Schwangerschaften und Wechseljahre gehen mit einer starken Änderung des Hormonhaushalts einher. Diese Hormonschwankungen können zu Hitzewallungen und Schweißausbrüchen führen. Eine Ursachenbekämpfung ist hier nur bedingt möglich und sollte aufgrund der zeitlichen begrenzten Beschwerden nicht fokussiert werden.
  • Übergewichtige und unsportliche Personen kommen mit körperlicher Belastung weniger gut zurecht. Geringe Anstrengungen führen bereits zu Schweißausbrüchen. Betroffene Personen sollten unbedingt eine Gewichtsreduktion anstreben. Somit können auch eventuell vorhandene Probleme wie Sodbrennen vermindert werden.
  • Bei Fieber ist die Körpertemperatur erhöht. Dies führt dazu, dass der Organismus mit vermehrten Schwitzen versucht die Körpertemperatur zu reduzieren, obwohl einem selbst meistens kalt ist. Ziel sollte hier stets die Reduktion der Körpertemperatur mit fiebersenkenden Medikamenten sein.
  • Schilddrüsenerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion führen dazu, dass der Kreislauf hochfährt, was zu vermehrten Schwitzen führen kann. Auch die Anfangsphase einer Hashimoto Erkrankung äußert sich in dieser Überfunktion. Hier können vom Arzt spezifische Medikamente verschrieben werden, die den Hormonhaushalt auf einen normalen Stand einstellen.
  • Beim Diabetes mellitus können Schweißausbrüche ein Signal einer Unterzuckerung sein. Unter Diabetes leidende Personen sollten somit bei unerklärlichen Schweißausbrüchen stets an Ihren Blutzuckerspiegel denken.
  • Herzkrankheiten wie niedriger Blutdruck können bei Kreislaufversagen zu Schwindelattacken mit einhergehenden Schweißausbrüchen führen. Unter niedrigem Blutdruck leidende Personen sollten mit dem Arzt Rücksprache halten und eine medikamentöse Behandlung für einen höheren Blutdruck anstreben.
  • Da bei Parkinson die Ausschüttung des anregenden Botenstoffes Acetylcholins gegenüber dämpfenden Botenstoffen krankhaft erhöht ist, kann es auch hier zu unkontrollierten Schweißausbrüchen kommen. Eine Therapie des Parkinsons kann auch gleichzeitig die Schweißausbrüche vermindern.
  • Psychische Erkrankungen wie Angststörungen können zu plötzlichen Schweißausbrüchen führen. Jeder der unter Ängsten wie Höhenangst leidet weiß, dass einem in diesen Situationen schnell der Schweiß auf der Stirn stehen kann. Krankhaft ängstliche Menschen leiden leider viel häufiger unter diesen Schweißausbrüchen.
  • Als letztes können selbstverständlich auch Nebenwirkungen von Tabletten ein Grund von Schweißausbrüchen sein. Entsprechend von den oben genannten Ursachen können Medikamente mit Wirkung auf das zentrale Nervensystem, Medikamente für die Schilddrüse oder Medikamente für einen gesunden Blutdruck ein Grund für Schweißausbrüche sein.

Wie kann man Schweißausbrüche und Schweißgeruch kaschieren?

Gerade bei hellblauen oder hellgrauen Oberteilen sind Schweißflecken unangenehm stark zu erkennen. Bei diesen Farben werden die feuchten Stellen besonders auffällig, da sie deutlich dunkler als der Rest des Kleidungsstücks erscheinen. Um auffällige Schweißflecken unter den Achseln zu kaschieren, empfiehlt es sich auf weiße oder schwarze Oberteile zu wechseln. Auch dunkelblaue oder braune Hemden oder Blusen fallen weniger stark auf, wenn sie durch den Schweiß nass werden.

Wie oben bereits beschrieben, können Antitranspirante dazu beitragen Schweißausbrüche zu reduzieren. Wer jedoch keines verwenden möchte, hat mit Deodorants die Möglichkeit zumindest einem potentiell entstehenden, unangenehmen Geruch entgegen zu wirken. Schweiß an sich ist geruchsneutral. Erst die auf der Hautoberfläche befindlichen Bakterien zerlegen den Schweiß und sondern dabei den typischen, unangenehmen Schweißgeruch ab. Deodorants enthalten antibakterielle Inhaltstoffe, die gegen diese Bakterien wirken und somit einer Geruchsbildung entgegenwirken. Eventuell enthaltene Duftstoffe können einen zusätzlichen kaschierenden Effekt haben.

Achselhaare können in diesem Zusammenhang strittig angesehen werden, da sie zum einen dazu beitragen können den Körper abzukühlen, aber gleichzeitig auch an der Verbreitung von Duftstoffen beteiligt sind. Achselhaare nehmen den Körperschweiß auf und halten diesen unter den Achseln, wo er nach und nach über die Verdunstung dazu beiträgt den Körper abzukühlen. Durch das Auffangen des Schweißes durch die feinen Haare kann eine Achselbehaarung zudem unter Umständen dazu beitragen Schweißflecken auf Oberteilen unterhalb der Achseln zu reduzieren. Jedoch haben Achselhaare auch einen Einfluss auf die Verbreitung von Duftstoffen, zu denen evolutionsbedingt auch die Pheromone als Sexual Lockstoffe gehören. Durch die größere Verbreitung und Verteilung des Schweißes in den Haaren wird der Geruch intensiviert, was für viele Menschen unangenehm sein kann und ein Grund darstellt, sich die Haare zu rasieren.

Die leichteste Methode, um einem unangenehmen Körpergeruch entgegen zu wirken, ist das Duschen. Personen, die unter Schweißausbrüchen leiden, sollten mindestens einmal am Tag duschen. Hierbei reicht es aus sich kurz abzubrausen, seinen Körper und vor allem die vom Schweißausbruch betroffenen Stellen mit einem angenehmen Duschgel einzuseifen und dann wieder abzubrausen. Eine längere Duscheinheit unter fließendem Wasser erzielt keinen nennenswerten Mehrwert, um den Geruch zu beseitigen.

Schweißausbrüche an den Füßen enden in einem unangenehmen Fußgeruch. Betroffene Personen sollten so oft wie möglich barfuß gehen. Dies stimuliert die Fußsohle und kann dazu beitragen die Aktivität der Schweißdrüsen positiv zu beeinflussen. Zudem sollten betroffene Personen besonders auf Ihre Schuhe achten und Lederschuhe mit atmungsaktiver Ledersohle tragen, damit die Feuchtigkeit aus dem Schuh gelangen kann. Des Weiteren empfiehlt es sich diese mehrmals am Tag zu wechseln, damit der Fuß nicht zu lange in einer feuchten Umgebung ist. Beim Tragen des jeweiligen anderen Schuhpaares kann ein Paar bereits ausdünsten.

Hausmittel und Tricks gegen Schweißausbrüche

Sowie häufiges Wechseln der Schuhe dazu beitragen kann, einen unangenehmen Schweißgeruch zu reduzieren und zu kaschieren, kann man auch mit der Auswahl der richtigen Kleidung dazu beitragen, Schweißausbrüche an sich zu reduzieren. Wer unter verstärkten Schweißflecken an den Achseln leidet, sollte wenn möglich, luftige und luftdurchlässige Oberteile tragen. Vielen ist nicht bewusst, dass zum Beispiel der Großteil der warmen und kuscheligen Fleece Pullover aus reinem Kunststoff bestehen und durch ihre Undurchlässigkeit Schweißausbrüche fördern können. Oberteile aus natürlichen Fasern, wie zum Beispiel Baumwolle, sind atmungsaktiver und ermöglichen eine bessere Temperaturregulation. Zudem kann ein mehrschichtiges Anziehen nach dem „Zwiebellook“ hilfreich sein, auf Temperaturschwankungen zu reagieren, indem man entsprechend der Umgebungstemperatur Kleidungsstücke aus- oder anziehen kann.

Innerlich lassen sich Schweißausbrüche über die Aufnahne von Nahrung und Genussmittel beeinflussen. Zum einen kann man die Einnahme schweißfördernder Genuss- und Lebensmittel minimieren und zum anderen bestimmte Lebensmittel einnehmen, die zusätzlich gegen Schweißausbrüche helfen können. Zu den schweißfördernden Stoffen gehört Nikotin. Nikotin wirkt durch seinen Einfluss auf das vegetative Nervensystem schweißtreibend. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Nikotin aus einer E-Zigarette, einem Nikotinpflaster oder einer normalen Zigarette stammt. Wer sich das Rauchen abgewöhnen möchte, sollte sich nicht von potentiell auftretenden Schweißausbrüchen täuschen lassen. Diese Schweißausbrüche stellen Entzugserscheinungen des Körpers gegenüber dem Nikotin dar und spiegeln nicht den Effekt des Nikotins auf den Körper bei der Einnahme wider. Dieselben Auswirkungen sind auch auf die Einnahme von Alkohol übertragbar. Bei der Einnahme wird die Durchblutung des Körpers gefördert, welches in Schweißausbrüchen resultieren kann. Zudem kann es nach einer exzessiven Einnahme oder einer Einnahme über einen längeren Zeitraum (wie beim Nikotin) zu Entzugserscheinungen in Form von Schweißattacken kommen.

Es gibt Lebensmittel, bei denen zwar keine Entzugserscheinungen auftreten, die aber kurz nach der Einnahme zu Schweißattacken führen können. Scharfe Speisen sollten unbedingt gemieden werden, wenn man häufig unter Schweißausbrüchen leidet. Scharfes Essen regt durch den Einfluss auf die Schmerzrezeptoren im Mund und Rachen den Kreislauf an und kann je nach Schärfegrad zu heftigem Schwitzen (vor allem auf der Stirn) führen.

Wie beim Alkohol, Nikotin und den scharfen Speisen sollte man auch beim Koffein Acht geben, wenn man von Schweißausbrüchen betroffen ist. Koffein erhöht bei der Einnahme den Blutdruck, was zur Aktivierung der Schweißdrüsen führt. Anders als bei der klassischen Zigarette und der E-Zigarette, bei der auch das Ersatzprodukt einen Einfluss auf die Schweißproduktion hat, hat man zum Beispiel beim Kaffee mit einer entkoffeinierten Variante eine gute Alternative.

Zu den Lebensmitteln, die Schweißausbrüche aktiv reduzieren können, gehört der Salbei Tee. Die Wirkweise wurde obenstehend bei den Kapseln bereits näher erläutert. Wichtig ist, dass man den Tee beim „Ziehenlassen“ stets mit einem Teller abdeckt, damit das im Salbei enthaltene ätherische Öl sich nicht verflüchtigt.

Gestresste Personen leiden verhältnismäßig häufiger an Schweißausbrüchen als nicht gestresste Personen. Wenn die betroffenen Personen es für sich erst einmal realisiert haben, ist es wichtig, dass sie sich aktiv Pausen gönnen und nicht von einer Aufgabe zur anderen hetzen. Sie sollten sich Auszeiten für Entspannungen nehmen. Dies können Yoga-Übungen oder ein wohltuendes Bad sein. In dieser Zeit können sich Blutdruck und Kreislauf normalisieren. Ätherische Öle wie Lavendel-, Melissen, Passionsblumen- und Baldrianöl können zusätzlich zur Entspannung beitragen.

Operationen gegen Schweißausbrüche

Wenn eine sekundäre Hypohidrose ausgeschlossen werden kann und wenn alle möglichen Maßnahmen zu keinem Erfolg führen, kann eine Operation der letzte Ausweg aus dem Leidensdruck der ständigen Schweißausbrüche sein. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die betroffene Personen mit ihrem Arzt besprechen sollten. Solch ein Schritt sollte immer nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da diese Eingriffe mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen können.

Botox-Spritzen gegen Schweißausbrüche

Botox Spritzen sind den Meisten eher als Schönheitsbehandlungen bekannt. Sie werden eingesetzt, um dem Alterungsprozess der Haut entgegen zu wirken und das Aussehen zu verjüngen. Jedoch kann das enthaltene Botulinumtoxin A auch hilfreich gegen starke Schweißausbrüche sein. Streng genommen handelt es sich bei diesem Eingriff nicht um eine Operation, jedoch muss dieser auch zwingend von Fachärzten durchgeführt werden. Die Botoxspritzen werden in die Haut der betroffenen Stellen gespritzt. Das starke Nervengift verhindert eine Reizweiterleitung des Signals zum Schwitzen zu den Schweißdrüsen, indem es die Ausschüttung des Botenstoffes Acetylcholin in den Synapsen hemmt. Hierdurch werden die Schweißdrüsen gelähmt und Schweißausbrüche werden unterdrückt. Da die Wirkung mit der Zeit verfliegt, muss die Anwendung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Blockieren des Nervens

Man kann die Schweißdrüsen auch durch eine operative Blockade des Nervens lähmen. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff werden die reizweiterleitenden Ganglien der Nervenzelle durchtrennt. Wie auch bei den Botox-Spritzen führt dies dazu, dass der Reiz zum Schwitzen nicht bis an die Schweißdrüsen gelangt und so das Schwitzen verhindert wird. Im Fachjargon wird diese Operation als Sympathektomie bezeichnet.

Herausschneiden oder Auskratzen der Schweißdrüsen

Auch das vollständige Entfernen der Schweißdrüsen durch eine Operation kann eine mögliche Lösung sein. Hierbei werden die Schweißdrüsen aus der Haut gekratzt, vollständig rausgeschnitten oder rausgesaugt. Auch das Entfernen ganzer Hautareale kann eine Möglichkeit sein.

Anhidrose und Hypohidrose

So wie es bei anderen Krankheiten auch Über- und Unterfunktionen oder zu hohe und zu niedrige Gesundheitswerte gibt, so gibt es auch ein Pendant zu den Schweißausbrüchen. Personen, die nur sehr wenig Schwitzen können, leiden unter einer sogenannten Hypohidrose. Personen, die überhaupt nicht Schwitzen können, leiden gar unter einer Anhidrose. Diese beiden Fälle treten in der Regel nicht als eigenständige Krankheit auf, sondern sind meist die Folge einer anderen Ursache. Als häufigster Grund können Hautverletzungen angesehen werden, die die Schweißdrüsen nahe der Hautoberfläche schädigen. Beispiele wären hier Verbrennungen, Bestrahlung oder Entzündungen. Unter Umständen können diese Verletzungen sogar irreversibler Natur sein. Aber die Schweißdrüsen können nicht nur aktiv beschädigt werden, sondern auch als Nebenwirkung von anderen Medikamenten in deren Aktivität eingeschränkt sein. So können zum Beispiel Antidepressiva und Medikamente gehen Alzheimer einen schweißhemmenden Nebeneffekt haben. Im Gegensatz zu einer Hyperhidrose kann eine Hypohidrose durch eine drohende Überhitzung des Körpers unter Umständen gefährlich für die Gesundheit sein.