Rum, Rumsorten und Rum Cocktails

Bei Rum denken viele zunächst an karibische Inseln, Strand und Sonne. Tatsächlich trifft auch dieser Gedanke heute zu, da viele Rumsorten noch immer auf karibischen Inseln wie Kuba hergestellt werden. Informieren Sie sich hier, wie Rum hergestellt wird und welche Rumsorte am besten zu Ihnen passt. Haben Sie bereits genaue Vorstellungen, starten Sie Ihre individuelle Beratung.

Alkoholische Getränke wie Rum sind in Deutschland erst mit dem erreichen des 18. Lebensjahres zu erwerben. Alkohol ist ein Genussmittel und sollte nur in Maßen konsumiert werden. Exzessiver und regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu Suchtproblemen führen. Betroffene Personen finden Hilfe unter BZGA.de

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Beratung: Rum

Die Geschichte des Rums

Noch heute wird Rum häufig mit der Seefahrt und Piraten in Verbindung gebracht. Nicht zuletzt durch bekannte Filme wie Fluch der Karibik, wo Johnny Depp das ein oder andere Mal angetrunken durch das Bild tänzelt. Die wenigsten wissen allerdings, dass es eine jahrhundertelange Tradition gab, Rum an Seeleute auszuteilen. Das hat bereits zu einer Zeit begonnen als Spanien und England noch große Teile der Weltmeere beherrschten. Um den Alltag für die Besatzung erträglich zu machen, hat die britische Royal Navy tägliche Alkohol-Rationen ausgeteilt. Diese Rationen bestanden zunächst aus Bier und Wein, welche aber auf langen Reisen schnell ungenießbar wurden. Im 17. Jahrhundert bahnte sich für dieses Problem eine passende Lösung an, als der Anbau von Zuckerrohr in den englischen Kolonien ausgeweitet wurde. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Plantagen begannen Alkohol aus Zuckerrohr zu destillieren und somit Rum zu produzieren. Das war eine gute Lösung für alle Beteiligten, da die Seemänner der britischen Marine durch den Rum mit haltbarem Alkohol versorgt und die Kolonien durch die Anwesenheit der Royal Navy beschützt wurden.

Problematisch war nur, dass der originale Rum einen Alkoholgehalt von 75% hatte. Unverdünnt wären die Seemänner durch ihre täglichen Rationen nicht sehr lange in der Lage gewesen ihren Tätigkeiten an Bord nachzugehen. Durch diese Umstände ist Grog entstanden, was letztlich nichts anderes ist, als mit Wasser verdünnter Rum. Mit der Zeit hat der tägliche Konsum von Alkohol allerdings immer mehr Bedenken bei den zuständigen Personen hervorgerufen, da die zu bedienenden Maschinen an Bord immer komplexer geworden sind. Schlussendlich wurden die täglichen Rationen Rum erst 1970 abgeschafft. Anschließend hat sich im Jahr 1979 der Abenteurer Charles Tobias die Rechte an dem originalen Rum gesichert, der von der britischen Marine ausgeschenkt wurde. Bis heute wird diese Spirituose unter dem Namen Pusser‘s Rum vertrieben. Er ist vielleicht nicht so weich im Geschmack wie andere Rumsorten heutzutage, aber es ist ein aufregender Gedanke beim Trinken ein Stück Geschichte mitzuerleben.

Pusser‘s Rum

Die Produktbeschreibung des Rums besagt folgendes:

"Dunkler Rum aus 3 verschiedenen Regionen der Karibik, den British Virgin Islands, Trinidad und Guayana. Fruchtiger Geschmack von Apfel und Pfirsich, abgerundet mit einer Note Vanille und Toffee. Ein schöner allrounder, der sich für den puren Genuss empfiehlt und sich perfekt zum Mixen von Cocktails eignet. Der Name Pussers basiert auf dem englischen Wort Purser. Diese waren für die Zuteilung des Rums an Bord der Navy-Schiffe zuständing. Jeder Matrose erhielt eine Ration 0,5 Liter Rum täglich. Heute wird der Rum auf den Jungferninseln hergestellt und wird von dort in die ganze Welt versand."

Der Rum wird also noch immer in der Karibik produziert und ist seinen Wurzeln treu geblieben. Wir selber durften diesen Rum bei einem Rum Tasting inklusive der Hintergrundgeschichte verkosten und können ihn jedem empfehlen, der seinen Gästen einen Rum anbieten und mit Hintergrundwissen glänzen möchte.

Rum Herstellung

Wie zuvor beschrieben wird Rum noch immer vielfach in der Karibik produziert, auch wenn das mittlerweile nicht mehr ausschließlich so ist. Der Hauptgrund dafür sind die guten Anbaubedingungen für Zuckerrohr. Im Folgenden sind die einzelnen Schritte der Herstellung etwas näher beschrieben.

Die 6 Schritte der Rum Herstellung

1. Zuckerrohr - das Rohmaterial

Rum wird grundsätzlich aus Zuckerrohr produziert. Allerdings war der wachsende Anbau von Zuckerrohr in der Karibik hauptsächlich für die Herstellung von Zucker gedacht. An die Herstellung von Alkohol wurde hierbei erst im zweiten Schritt gedacht. Der größte Anteil der auch heute produzierten Rumsorten wird aus der Zuckerrohr Melasse hergestellt. Die Melasse ist ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion und enthält auch noch immer Zucker. Die Melasse wird sowohl für die Herstellung von Rum als auch für Futtermittel in der Tierzucht verwendet. Ein deutlich kleinerer Anteil der Rums wird aus frischem Zuckerrohrsaft produziert. Dadurch entstehen fruchtigere und frischere Rums als bei der Verwendung der zähflüssigen Melasse. Das sirupartige, dunkelbraune Nebenprodukt der Zuckerproduktion bringt nach der Destillation eher würzige Rums hervor. Heutzutage gibt es durch die stark gestiegene Nachfrage die unterschiedlichsten Zuckerrohrarten, um andere Geschmäcker zu erreichen. Natürlich wird aber auch an den Pflanzen geforscht, um die Ernten ertragreicher und wetterbeständiger zu machen.

2. Fermentierung / Gärung

Für die Gärung bzw. Fermentierung von Rum wird dem Basisprodukt (Melasse oder Zuckerrohrsaft) noch Wasser und Hefe hinzugefügt. Durch die darin enthaltenen Mikroorganismen wird der bestehende Zucker-Anteil gesenkt und es entsteht Alkohol. Dieser Prozess läuft je nach Destillerie sehr unterschiedlich und dauert wenige Tage oder mehrere Wochen. Dieser Teil der Herstellung macht einen großen Unterschied für den späteren Geschmack. Nach dem Gärungsprozess ist die Maische für die Destillation bereit. Zu diesem Zeitpunkt hat die Maische einen Alkoholgehalt von ca. 5% bis 10%, abhängig vom Gärungsprozess.

3. Destillation

Die Destillation ist der Teil der Rum Herstellung, wo der Alkoholgehalt der Flüssigkeit deutlich erhöht wird. Am Ende dieses Vorgangs hat der Rum häufig einen Alkoholgehalt von über 70%. Rum der so abgefüllt und vertrieben wird, wird als Original Rum bezeichnet. Dieses Produkt wurde mit Wasser verdünnt, wodurch Grog entsteht.

Der Ablauf der Destillation ist vielen sicherlich noch aus dem Chemie-Unterricht bekannt. Bei diesem Trennverfahren werden durch starkes Erhitzen die verdampfbaren Flüssigkeiten aus der Maische abgetrennt. Die Dämpfe werden dabei in einen Kondensator weitergeleitet, wo der Dampf abgekühlt und als Flüssigkeit wieder aufgefangen wird. Allerdings beeinflusst jede kleine Abweichung in diesem Prozess das Endergebnis, weshalb es eine absolute Wissenschaft für sich ist. Unterschiedliche Temperaturen oder der Unterschied zwischen direkter oder indirekter Befeuerung sind später im Rum zu schmecken. Außerdem sind noch sehr viele Destillationsanlagen handgefertigt und dadurch entsprechend einzigartig, genau wie das Ergebnis. Wenn man sich dann schon einmal Bilder von einer Destillerie angeschaut oder eine Destillerie besucht hat, kann man sich gut vorstellen wie komplex diese Aufbauten sind. Das ist bei Whiskey Destillerien nicht anders und lässt sich gut vergleichen.

Im Anschluss an die Destillation geht es an die Lagerung und Reifung des Rums, um einen angenehmeren und weicheren Geschmack zu erhalten. Außerdem werden durch die Einlagerung noch weitere Geschmacksnoten hinzugefügt und intensiviert. Bei vielen günstigeren Rums der Karibik wird der Rum aber direkt in der Destillerie abgefüllt und lokal verkauft.

4. Lagerung und Reifung

Wie so häufig bei Spirituosen, wird auch Rum in Fässern eingelagert, um den Geschmack zu verfeinern. Zusätzlich bekommt der Rum durch die Lagerung seine dunkle Farbe. Je länger diese Spirituose aus Zuckerrohr eingelagert wird, desto dunkler wird er. Allerdings ist das kein Merkmal für die Qualität des Rums, da es nicht verboten ist, die Farbe nachträglich zu verändern.

Was man aber eigentlich immer sagen kann ist, dass Rum teurer ist, je länger er gelagert wurde. Der weitestgehend farblose, weiße Rum (White Rum) wird dementsprechend nicht in Holzfässern gelagert. Dieser wird nach der Destillation nur kurz in Stahlbehältnissen gelagert und anschließend mit Wasser verdünnt, um die gewünschte Trinkstärke zu erhalten. Damit ein Rum in Europa auch Rum genannt werden darf, muss er ein Volumenprozent von mindestens 37,5% haben.

Ein Teil der zusätzlich zu den Lagerkosten zu den höheren Preisen von in Holzfässern gelagertem Rum beiträgt ist der sogenannte Angels’ share. Diesen Begriff kennt man eigentlich aus dem Bereich der Whiskey Herstellung, er kann aber ebenso für Rum verwendet werden. Der Anteil der Engel bezieht sich dabei auf den Teil der Flüssigkeit, der während der Lagerung verdunstet, wodurch Raum in den Fässern frei wird. Dieser Raum füllt sich während der Reifung mit Sauerstoff und nimmt ebenfalls Einfluss auf den Geschmack. Ob mehr Wasser oder mehr Alkohol verdunstet ist dabei abhängig von der Luftfeuchtigkeit und dem vorherrschenden Klima. Durch das tropische Klima in der Karibik reift der Rum wesentlich schneller als unter den Klimabedingungen in Nordeuropa, wie sie bei der Herstellung von Whiskey häufig vorzufinden sind. Es gibt auch Rums, die zunächst im karibischen Klima reifen und abschließend in Europa nachreifen. Das hat noch einmal einen besonderen Einfluss auf den Geschmack des Rums.

5. Blending

Die Mehrheit der Rumsorten die zu kaufen sind, sind ein Blend. Bei einem Blended Rum werden mehrere Destillate miteinander vermischt, um den fertigen Rum zu erhalten. Im ersten Moment möchte man dabei denken, dass diese Vorgehensweise für eine schlechtere Qualität sorgt. Im Gegenteil kann hierdurch ein deutlich besser abgestimmtes und konsistenteres Ergebnis erreicht werden. Würden die Rumhersteller nur ein einzelnes Destillat für ihre Rums verwenden, würde es immer wieder leichte Abweichungen in Farbe und/oder Geschmack geben. Entsprechend sorgt ein sogenannter Master Blender durch einen Test von Geruch und Geschmack für das gewünschte Ergebnis. Aus wie vielen unterschiedlichen Rums ein Blend hergestellt wird ist nicht festgelegt. Genauso wenig dürfen nur gleiche Rumsorten miteinander vermischt werden. Dem Master Blender sind alle Freiheiten gegeben und mit kleinen Änderungen können sie den Geschmack bereits anpassen. Wenn für einen Blended Rum eine Altersangabe gemacht wird, ist es das Alter des jüngsten Rums, der im Blend enthalten ist. Gerade wenn man einen Blended Rum lieb gewonnen hat kann man also beruhigt erneut zugreifen, ohne große Überraschungen befürchten zu müssen. Anders verhält es sich bei einem sogenannten Single Cask oder Double Cask Rum. Diese Sorten werden entweder gar nicht (Single Cask) oder nur aus zwei Fässern (Double Cask) gemischt. Gerade bei einem Single Cask handelt es sich dabei deshalb häufig um limitierte Sondereditionen.

6. Abfüllung des Rums

Nach der Lagerung und Reifung des Rums (und eventuell dem vermischen unterschiedlicher Destillate) wird der Rum in den meisten Fällen mit destilliertem Wasser vermischt. Das wird gemacht, um einen Alkoholgehalt von ungefähr 40% aber mindestens 37,5% zu erhalten. Wird ein Rum nicht verdünnt handelt es sich um einen Cask Strength Rum, darauf wird aber im Folgenden bei den unterschiedlichen Rumsorten noch eingegangen. Ist dieser Schritt abgeschlossen geht es nur noch an das Abfüllen des Rums in meistens durchsichtige Glasflaschen, um die Farbe des Rums zu präsentieren. Gerade bei bekannten Sorten mit großen Stückzahlen erfolgt diese Abfüllung maschinell. In kleineren Destillen oder bei limitierten Auflagen ist es aber auch noch der Fall, dass der Rum per Hand abgefüllt wird. Im letzten Schritt der Rumherstellung werden die Glasflaschen etikettiert und verpackt. Auf dem Etikett sind häufig Informationen wie die Fassnummer oder das Alter des Rums vorhanden. Gerade bei dem Alter sollte man die Besonderheit von Solera Rum kennen. Bei Solera Rum handelt es sich um eine spezielle Form von Blended Rum bei der junge und lange gereifte Destillate miteinander vermischt werden. Hier wird aber nicht wie bei Blended Rum das Alter des jüngsten Destillats angegeben, das in dem Blend enthalten ist. Bei einem Solera Rum wird das Alter des ältesten Destillats im Rum ausgewiesen. Das lässt den Rum für unwissende hochwertiger und exklusiver wirken, als er tatsächlich ist.

Eigenschaften verschiedener Rumsorten

Blended Rum

Auf Blended Rum sind wir bereits im Bereich der Herstellung eingegangen, einfach weil die meisten Rums auf dem Markt eben ein Blended Rum sind. Dabei werden verschiedene Rumfässer nach der Destillation miteinander vermischt, um einen harmonischen und gleichbleibenden Geschmack zu erreichen. Diese nicht ganz einfache Aufgabe obliegt dem Master Blender, der für gleichbleibende Ergebnisse sorgen soll. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben während des Herstellungsprozesses. Bei einem Blended Rum weist das angegebene Alter immer auf den jüngsten enthaltenen Rum hin, im Gegensatz zum Solera Rum. Außerdem wird bei Blended Rum noch zwischen gemischten Rums aus einer einzelnen Destillerie und gemischten Rums aus mehreren Destillerien unterschieden.

Solera Rum

Bei Solera Rum handelt es sich um eine besondere Form von Blended Rum. Auch hier werden Rums aus unterschiedlichen Fässern miteinander vermischt. Das Besondere dabei ist aber, dass es eigentlich keine unterschiedlichen Rums sind, die vermischt werden. Es wird der gleiche Rum in unterschiedlichen Reifestufen vermengt. Dabei werden mehrere Fässer übereinandergestapelt. Das unterste Fass beinhaltet den ältesten Rum und das obere Fass den Jüngsten. Zur Abfüllung wird der Rum aus dem untersten Fass zu einem nicht klar festgelegten Anteil entnommen. Um den Reifegrad des Rums nicht zu verlieren darf aber nicht zu viel entnommen werden. Anschließend wird das Fass mit dem Rum aus dem darüberliegenden Fass aufgefüllt. Aus diesem Grund wird bei einem Solera Rum auch der älteste enthaltene Rum auf dem Etikett angegeben im Gegensatz zum Blended Rum.

Ron Zacapa 23 Centenario Sistema Solera Rum

Einer der bekanntesten Hersteller für Solera Rum ist Zacapa, der gleichzeitig auch zu den wohl bekanntesten Rum Marken überhaupt gehört. Der Rum wird in Mittelamerika (Guatemala) hergestellt und reift unter tropischen Bedingungen.

Dem Rum wird ein sanfter Geschmack durch Aromen wie Buttertoffee und Schokolade zugeschrieben. Außerdem sind Geschmacksnoten wie Karamell, Mandel und Vanille vorzufinden.

Weißer Rum

Viele kennen weißen Rum von Marken wie Havana Club Rum oder Bacardi. Das liegt unter anderem daran, dass Weißer Rum gerne für Cocktails oder Longdrinks verwendet wird. Bezeichnend für diesen Rum ist seine helle Farbe. Die kommt daher, dass Weißer Rum nicht oder nur kurz in Holzfässern gelagert wird. Wenn das der Fall ist, hat dieser Rum bereits eine leicht gelbliche Verfärbung. Ansonsten wird Weißer Rum eher in Stahlfässern gelagert um eine Verfärbung zu verhindern. Da keine lange Lagerung im Herstellungsprozess notwendig ist, ist diese Spirituose auch häufig günstiger zu erwerben. Dennoch ist er zum Teil durchaus auch für den puren Verzehr geeignet.

Brauner Rum

Ein Brauner Rum wird im Gegensatz zum weißen Rum in Holzfässern gelagert. Dabei werden bereits benutzte Fässer verwendet in denen zuvor z.B. Bourbon-Whiskey oder Sherry gelagert wurde. Der Rum übernimmt durch die lange Lagerung die Aromen aus dem Eichenholz und erhält dadurch auch seine braune Verfärbung. Dabei enthalten so gelagerte Rums unter anderem Aromen von Schokolade oder Karamell. Allerdings ist es erlaubt die Farbe des Rums mit Zuckerkulör beziehungsweise der Lebensmittelfarbe E150 zu verändern. Die Farbe ist dadurch leider kein Qualitätsmerkmal eines Rums.

Original Rum

Rum wird als Original Rum bezeichnet, wenn er in unverfälschter Form direkt nach der Destillation abgefüllt wird. Aus diesem Grund kann ein solcher Rum auch einen Alkoholgehalt von 70% und mehr haben. Die täglichen Rationen, die die Seemänner der britischen Royal Navy damals erhielten waren auch ein Original Rum, bevor er mit Wasser auf Trinkstärke verdünnt wurde. Dabei spielt es keine Rolle in welchem Land der Rum hergestellt oder gelagert wurde.

Echter Rum

Ein Echter Rum ist nichts anderes als ein Original Rum der auf Trinkstärke reduziert wurde. Diese Sorten der Zuckerrohr-Spirituose werden gerne miteinander verwechselt, was sich aber schnell ändert, sobald man diese einmal verkostet hat.

Gold Rum

Der Mittelweg zwischen braunem und weißem Rum ist der Gold Rum. Bei dieser Sorte ist eine genaue Einordnung allerdings schwierig, da es sich häufig nur um einen weißen Rum handelt der mit einer Färbung versetzt wird. Solange kein Alter des Rums auf der Flasche angegeben ist, kann man also auch nicht davon ausgehen, dass der Rum in einem Holzfass gereift ist. Diese Rumsorte wird wie der weiße Rum häufig für Cocktails und Longdrinks verwendet. Sollte er in einem Holzfass gereift sein, sind auch die Geschmacksaromen stärker und weiter ausgeprägt. Hier sollte man also lieber zwei Mal auf das Etikett schauen, bevor man sich bewusst für einen Gold Rum entscheidet.

Black Rum

Bei Black Rum verhält es sich wie bei Gold Rum. Diese Art der Spirituose aus Zuckerrohr wird zusätzlich mit Karamell gefärbt, um die dunkle Farbe zu erhalten und ist häufig nur sehr kurz in Fässern eingelagert worden. Hier geht es eher um das Aussehen in der Flasche, als um eine Veränderung im Geschmack.

Rhum agricole

Eine weitere Form dieser Zuckerrohr-Spirituose ist der Rhum Agricole. Das Besondere an dieser Sorte ist, dass diese nicht aus dem Nebenprodukt der Zuckerherstellung, der Melasse hergestellt wird. Stattdessen wird hier für die Herstellung der frische Zuckerrohrsaft verwendet. Rhum Agricole steht für landwirtschaftlich produzierten Rum. Das wirkt im ersten Moment etwas seltsam, da andere Sorten ebenfalls aus dem landwirtschaftlich gewonnen Rohstoff Zuckerrohr produziert werden. Da diese aber nur aus einem Nebenprodukt der Zuckergewinnung, also der Melasse, produziert werden, sind sie als industriell produziert eingestuft. Bei Rhum Agricole gibt es Hersteller die eigens für die Produktion dieser Spirituose Zuckerrohr anbauen, was bei der industriellen Produktion nicht der Fall ist. In diesem Fall wird die Verbindung zur Landwirtschaft deutlicher. Eine weitere Besonderheit ist, dass sich nicht jeder Rum, der aus Zuckerrohrsaft produziert wurde auch Rhum agricole nennen darf. Es gibt nur drei Länder, die offiziell für die Herstellung zugelassen sind. Das sind Martinique, Guadeloupe und La Réunion. Alle drei Länder gehören zu den Übersee-Départments Frankreichs.

Single Cask Rum

Single Cask Rum ist eine sehr selten anzutreffende Spirituose. Wie der Name bereits besagt, wird Single Cask Rum aus einem einzigen Fass abgefüllt. Daraus ergibt sich aber auch eine sehr begrenzte Anzahl an Flaschen für die Abfüllung. Diese Vorgehensweise wird in der Praxis nur für Sonderabfüllungen in limitierter Auflage verwendet. Durch die gegebene Begrenzung sind Single Cask Rums auch entsprechend hochpreisig. Da es sich nicht um einen Blended oder Solera Rum handelt, muss für einen solchen Rum bereits zur Zeit der Lagerung alles richtig gemacht worden sein. Ob das der Fall ist erfährt man erst Jahre später, sobald das Ergebnis verkostet wird.

Overproof Rum

Bei Overproof Rum muss der Volumenprozent mindestens 57,1% sein. Diese etwas willkürlich anmutende Auflage kommt daher, dass die Seemänner früher nach einer Möglichkeit gesucht haben sicherzustellen, dass der Rum den sie bekamen nicht gestreckt oder verwässert war. Das wurde getestet, indem der Rum mit Schießpulver vermischt und angezündet wurde.

Brennt das Gemisch hatte der Rum einen ausreichenden Alkoholgehalt und war "Proof" oder eben "Overproof" mit einem höheren Gehalt. Bei "Proof" handelt es sich um eine alte Angabe des Alkoholgehalts die bis heute in einigen Ländern wie den USA oder Großbritannien verbreitet ist. Dass diese Bezeichnung aber nicht ganz eindeutig ist wird dadurch klar, dass 100 Proof in den USA nicht 100 Proof in Großbritannien entsprechen. Die zuvor angesprochenen 57,1% stammen dabei aus Großbritannien und entsprechen 100 britischen degrees Proof. In den USA sind 100 degrees Proof "nur" ein Alkoholgehalt von 50%. Overproof Rums werden nur selten pur getrunken. Stattdessen werden sie eher in Longdrinks oder Cocktails verwendet, um die Stärke zu reduzieren.

Rum Verschnitt

Rum Verschnitt ist gerade in Deutschland sehr populär, wenn auch den wenigsten bekannt ist, dass sie gerade einen Rum Verschnitt genießen. Dabei muss der Rum Verschnitt nur mindestens 5% Rum enthalten um als solcher deklariert werden zu dürfen. Ein in Deutschland sehr bekannter Rum Verschnitt ist der Flensburger Rum aus der norddeutschen Stadt Flensburg oder der Captain Morgan Spiced Gold Rum Verschnitt. Flensburg war in der Vergangenheit ein zentraler Punkt für den globalen Rumhandel, da die Stadt noch zum dänischen Territorium gehörte. Die Dänen haben zu der Zeit angefangen den Rum auf den Jungferninseln für sich zu entdecken und ihn entsprechend nach Europa zu exportieren bzw. importieren. Erst durch hohe Importzölle auf karibischen Rum im 18. Jahrhundert entstand die Notwendigkeit den Rum zu strecken, um die Zölle zu umgehen. Dazu hat man besonders günstigen Agraralkohol verwendet. Diese Vorgehensweise lässt natürlich daran zweifeln, ob eine solche Spirituose noch irgendwie als Rum bezeichnet werden darf, da der Geschmack weit entfernt davon sein dürfte. Dem hat man aber versucht entgegenzuwirken, indem man Rumsorten mit besonders starkem Geschmack verwendet hat.

Flavoured/Spiced Rum

Flavoured oder Spiced Rum enthält Aromen und Zusätze die nicht durch die natürliche Reifung des Rums im Holzfass entstanden sind. Dabei werden dem Rum nach der Lagerung weitere Aromen hinzugefügt, um den Geschmack zu verfeinern. Da dies nicht dem natürlichen Vorgehen der Rum Herstellung entspricht, muss eine solche Spirituose als Spiced Rum ausgewiesen sein. Um als solcher ausgewiesen werden zu dürfen ist es aber weiterhin notwendig, dass mindestens ein Volumenprozent von 37,5% vorhanden ist. Ansonsten handelt es sich um eine Spirituose auf Rum Basis bzw. einen Rum Verschnitt.

Jamaika Rum

Die Rumsorte Jamaika Rum steht sowohl für die Herkunft der Spirituose als auch für einen besonderen Geschmack. Jamaika Rum zeichnet sich durch einen sehr kräftigen und würzigen Geschmack aus. Aus diesem Grund wird diese Sorte auch gerne für Rum Verschnitt verwendet, damit der Geschmack besser zur Geltung kommt. Gerade bei schlechterer Qualität ist dieser Rum durch seine hohe Intensität kaum pur zu genießen. Er wird eher für Grog verwendet oder mit anderen Getränken gemischt.

Rum Cocktails - die Klassiker und Evergreens

Es gibt unzählige Rum Cocktails und viele davon kennt jeder von uns. Vielfach weiß man aber nicht, was genau für einen bestimmten Cocktail gebraucht wird. Dabei hat man für viele dieser Cocktails bereits alle Zutaten zuhause und es braucht nicht viel für diese erfrischenden Getränke.

Mojito

Wohl einer der bekanntesten erfrischendsten Rum Cocktails überhaupt. Dabei wird für einen richtigen Mojito nur Minze, Limette, Rohrzucker, Crushed Ice, Soda und natürlich Rum benötigt. Wenn man jetzt noch einen Stößel hat ist man gut aufgestellt für einen perfekten Mojito. Dafür einfach Rohrzucker, Rum, Minze und geachtelte Limettenstücke in das Glas geben und mit dem Stößel nur leicht drücken, damit keine Bitterstoffe in den Cocktail gelangen. Anschließend das Glas mit Crushed Ice auffüllen und nach Belieben Soda dazugeben. Dabei wird eigentlich immer weißer, kubanischer Rum verwendet wie der Havana Club 3 Jahre.

Daiquiri

Der Daiquiri ist genauso klassisch wie simpel. Das Einzige was man für diesen Rum Cocktail benötigt ist weißer Rum, Limettensaft und Zuckersirup. Ebenso wie der Mojito kommt auch der Daiquiri aus Kuba, genauer aus der namensgebenden Stadt Daiquiri. Außerdem wird diesem Cocktail genau wie dem Mojito nachgesagt, dass Ernest Hemingway ihn bekannt gemacht und gefördert hat.

Cuba Libre

Das inoffizielle Nationalgetränk Kubas ist eigentlich mehr ein Longdrink als ein Cocktail, trotzdem hat er seine Auflistung hier verdient. Dazu einfach ein Glas mit Eiswürfeln füllen und zwei Limettenspalten darüber ausdrücken und dazu geben. Anschließend mit weißem oder Gold Rum und kalter Cola auffüllen und leicht verrühren.

Piña Colada

Ein weiterer Klassiker unter den Rum Cocktails, der wie alle anderen am besten frisch zubereitet schmeckt. Dafür werden Limettensaft, frische Ananas (oder Ananassaft), Rum, Kokosnusscreme, Schlagsahne und Eiswürfel benötigt. Die Schlagsahne ist dabei optional und macht den Cocktail noch cremiger.

Das Original wird ohne die zusätzliche Sahne gemixt. Für den Ananassaft verwendet man entweder frische Ananas, die in Stücke geschnitten und gestößelt wird oder eben Ananassaft. Anschließend kommen alle Zutaten mit Eiswürfeln in einen Shaker. Wird frische Ananas verwendet sollte man im Anschluss den Cocktail noch durch ein Sieb abseihen.

Planter’s Punch

Der Planter’s Punch ist typischerweise kein genau festgelegtes Rezept, sondern richtet sich ganz nach dem eigenen Geschmack. Das gilt vor allem für die neueren Varianten dieses Cocktails, die mit dem klassischen Rezept nicht mehr viel gemeinsam haben. Das klassische Rezept hat mit Fruchtsäften gar nichts zu tun und sieht auch nicht aus, wie viele sich heute einen Rum Punch vorstellen.

Limettensaft, Zuckersirup, Soda, Jamaica Rum und Angostura oder Tiki Bitters. Das stellt den klassischen Inhalt für einen Planter’s Punch dar. In den neueren Varianten werden statt Limettensaft und Soda jegliche Formen von Fruchtsäften wie Orangensaft und Ananassaft sowieso Zitronensaft verwendet. Das kann man aber ganz nach Belieben und eigenem Geschmack abändern.

Caipirinha

Eigentlich hat der Caipirinha in dieser Liste von Rum Cocktails nichts verloren, weil er genau genommen keinen Rum enthält. Allerdings werden beide Spirituosen aus Zuckerrohr hergestellt, weshalb es schon viele Gemeinsamkeiten gibt. Dabei wird Rum überwiegend aus Melasse und Cachaça aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt (es gibt auch Rum aus frischem Zuckerrohrsaft). Entsprechend ist Cachaça dem Rhum Agricole am nächsten. Allerdings werden bei der Herstellung von Cachaça nicht alle für Rum erforderlichen Bedingungen eingehalten. Dennoch wird dieses Getränk häufig als Brazilian Rum bezeichnet und ist nicht weit von Rum entfernt. Dabei darf Cachaça streng genommen nur in Brasilien produziert werden. Für einen typischen Caipirinha braucht man nur Limetten, Rohrzucker, Cachaça und Crushed Ice. Dazu einfach Rohrzucker, Limetten und Cachaça in ein Glas geben und mit einem Stößel leicht zerdrücken. Das Glas vollständig mit Crushed Ice auffüllen und gut verrühren.